Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neue Forschergruppe

Protestantismus in ethischen Debatten

München, 12.12.2012

Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ist Sprecherhochschule der neu eingerichteten DFG-Forschergruppe  „Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989“, die nun von der DFG bewilligt wurde. In dem interdisziplinären Forschungsverbund analysieren Münchner und Göttinger Theologen und Gesellschaftswissenschaftler den Einfluss des Protestantismus in der Bonner Republik.

Wiederbewaffnung, Kernkraft oder Abtreibung sind nur einige der Themen, die die ethischen Debatten in der deutschen Nachkriegsgeschichte prägten. Ziel der neuen DFG-Gruppe ist es, die komplexen Verflechtungen zwischen Protestantismus und Gesellschaft der Bonner Republik zu analysieren, die in derartigen gesellschaftlichen Diskursen sichtbar werden.  Dabei soll der Protestantismus in der Vielfalt seiner kirchlichen, aber gerade auch außerkirchlichen und individuellen Erscheinungsformen in den Blick genommen werden.

"Der Protestantismus in der deutschen Nachkriegsgeschichte ist ein komplexes Geflecht sowohl aus konfessioneller Kirchlichkeit, als auch individueller Persönlichkeiten und deren jeweiliger öffentlicher Präsenz. Auf welche Weise und durch welche Akteure er ethische Debatten beeinflusste, und wie dies auf den Protestantismus rückwirkte, wurde bisher noch nicht umfassend untersucht", sagt der LMU-Theologe Professor Christian Albrecht, der Sprecher der neuen DFG-Gruppe. 

Eingefahrene Legenden überwinden
Diese Lücke will die Forschergruppe nun schließen. Dazu werden Themen verschiedener Debattenfelder - etwa „Recht, Verfassung, Demokratie, Innere Sicherheit“ oder "Westintegration, Wiederbewaffnung, Friedensethik - exemplarisch bearbeitet.  Mit seinen Ergebnissen soll das im Grenzgebiet von Theologie und Gesellschaftswissenschaften angesiedelte Projekt zu einer gesellschaftspolitisch informierten Religionsgeschichte der Bundesrepublik beitragen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird der Austausch zwischen den verschiedenen Fachgebieten gefördert, indem Wissenschaftler aus Evangelischer Theologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Zeitgeschichte interdisziplinär zusammenarbeiten.

Zugleich will die Gruppe den tiefgreifenden Transformationsprozess des protestantischen Christentums in der Moderne exemplarisch beleuchten und eingefahrene Schulbildungslegenden produktiv überwinden. "Nicht zuletzt soll auch der gesellschaftspolitische Beitrag des Protestantismus bis 1989 unter dem Gesichtspunkt der Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Zeit nach der Wiedervereinigung beleuchtet werden", sagt Albrecht.

Der neu eingerichtete Gruppe „Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989“ wird am 1. Juni 2013 starten und für zunächst drei Jahre mit rund 1,9 Millionen Euro gefördert werden. Neben der LMU als Sprecherhochschule ist auch die Universität Göttingen beteiligt. göd

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