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Soziologie und Klimawandel

Ulrich Beck erhält ERC Advanced Grant

München, 11.12.2012

Der Soziologe Professor Ulrich Beck wird für ein Projekt zu den gesellschaftlichen und politischen Bedingungen und Folgen des Klimawandels vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem bis zu 2,5 Millionen Euro dotierten Advanced Investigator Grant ausgezeichnet. Mit ERC Advanced Grants werden europäische Forscher geehrt, die bereits herausragende Leistungen erbracht haben und für neue hoch innovative Forschungsvorhaben die nötigen Freiheiten erhalten sollen.

Die Debatte um den Klimawandel wird bisher weitgehend aus der Perspektive der Naturwissenschaften und der Wirtschaftswissenschaft betrachtet. "Dass mit dem Klimawandel weltweit und national-lokal tiefgreifende Veränderungen der Ungleichheits-, Klassen- und Herrschaftsverhältnisse verbunden sind, wird dabei zumeist übersehen", sagt Beck. Mit seinem Forschungsvorhaben " Methodological Cosmopolitanism – In the Laboratory of Climate Change" will Beck nun die mit dem Klimawandel einhergehenden dramatischen Veränderungen in Gesellschaft und Politik ins Zentrum rücken.

Als Ausgangspunkt dient dabei ein erkenntnistheoretisches Problem: Der Klimawandel ist ein globales Phänomen, die Soziologie dagegen denkt und forscht in nationalstaatlichen Kategorien und Organisationsformen („methodologischer Nationalismus“). Ziel des Forschungsvorhabens ist es, neue theoretische, methodologische und empirische Werkzeuge zu entwickeln und zu erproben, um die Sozialwissenschaften für das Zeitalter der Globalisierung zu öffnen. 

Vergleich von Weltstädten in Asien und Europa
Am Beispiel des Klimawandels als einem globalen Problem der sich selbst gefährdenden Moderne soll eine kosmopolitisch-vergleichenden Forschung etabliert werden, die nicht mehr vom Nationalstaat als bindender Untersuchungseinheit ausgeht. Beck will sich zu diesem Zweck auf Weltstädte in Ostasien (Japan, China und Korea) und Europa sowie deren Vernetzung konzentrieren und untersuchen, inwieweit aus der Antizipation von Klimakatstrophen und deren gesellschaftlichen und politischen Folgen neuartige Risikogemeinschaften entstehen können.

Professor Ulrich Beck studierte Soziologie, Philosophie, Psychologie und Politikwissenschaft an der LMU, wo er 1972 im Fach Soziologie auch promovierte. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der LMU tätig, bevor er sich 1979 habilitierte und als Professor für Soziologie in Münster und Bamberg tätig war. 1992 wechselte Beck an die LMU, wo er bis zu einer Emeritierung 2009 eine Professur für Soziologie inne hatte und Direktor am Soziologischen Institut der LMU war. Von 1999 bis 2009 war der Soziologe zudem Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs 536 »Reflexive Modernisierung«. Seit 1997 ist Beck British Journal of Sociology Visiting Centennial Professor an der London School of Economics and Political Science.

Der ERC Advanced Investigator Grant
Der ERC fördert mit dem Advanced Investigator Grant hochinnovative Forschung, die erheblich über den bisherigen Forschungsstand hinausgeht und neue Forschungsgebiete erschließt. Alleinige Auswahlkriterien in der Begutachtung sind einerseits die erwiesene herausragende wissenschaftliche Exzellenz der Antragsteller sowie die Originalität und Stimmigkeit der Projektvorschläge.

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