Ludwig-Maximilians-Universität München
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Jüdische Stimmen im Diskurs der sechziger Jahre

Internationale Tagung von LMU und University of California

München, 16.06.2011

Vom 27. bis 29. Juni findet auf Schloss Elmau die internationale Tagung „Jewish Voices in the German Sixties“ statt. Im Mittelpunkt der Tagung, die vom Lehrstuhl für jüdische Geschichte und Kultur der LMU gemeinsam mit dem Institute of European Studies der University of California at Berkeley (USA) veranstaltet wird, steht die Rolle jüdischer Intellektueller in der deutschen Protestkultur der 1960er Jahre.

Die 1960er Jahre waren geprägt von radikalen Veränderungen. Überall in der westlichen Welt kam es zu neuen Formen des Protests und zur radikalen Forderung nach Veränderungen. In Deutschland spielten dabei jüdische Remigranten, von denen die meisten ab 1933 in die Emigration gezwungen worden waren, eine zentrale Rolle. Diese Intellektuellen hoben sich vom allgemeinen Protest ab, denn sie forderten nicht nur Revolution, sondern sie wollten die deutsche Gesellschaft auch mit dem Holocaust konfrontieren. Diese Begegnung jüdischer Intellektueller mit dem Nachkriegsdeutschland war jedoch nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sondern auch ein Blick in die Zukunft. So übernahmen jüdische Remigranten eine Vorreiterrolle im kulturellen Austausch, indem sie Ideen und Entwürfe für die Gründung einer liberalen und demokratischen Bundesrepublik nach Deutschland brachten.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa, Israel und den USA werden im Rahmen der Tagung neue Forschungsergebnisse präsentieren und dabei auch die Rolle jüdischer Intellektueller thematisieren, die wie Gershom Scholem oder Hannah Arendt zwar nicht nach Deutschland zurückkehrten, aber doch in dessen geistigem Leben präsent waren. Den Abschluss der Tagung bildet eine Podiumsdiskussion zur Frage, ob es eine neue Generation jüdischer Intellektueller im Nachkriegsdeutschland gab und gibt.

Die diesjährige Konferenz gehört zu einer Reihe, die im Sommer 2007 startete. Die LMU fördert die Konferenz im Rahmen des „LMU-Berkeley Research in the Humanities Program“. Dieses ist ein integraler Bestandteil der Forschungskooperation, die die LMU im Rahmen des Zukunftskonzepts LMUexcellent im August 2007 mit der University of California at Berkeley (UCB) geschlossen hat.

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