Ludwig-Maximilians-Universität München
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LMU-Erfindungen auf der Technologiemesse BioVaria

Neuartige Ansätze zur Krebstherapie und Leukämiediagnose

München, 04.05.2011

Die Bayerische Patentallianz GmbH, die zentrale Patent- und Vermarktungsagentur von 28 bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, präsentiert Vertretern der Pharma-, Biotech- und VC-Branche am 24. Mai 2011 auf der Technologiemesse BioVaria 2011 (www.biovaria.org) in München neue Erfindungen der lebenswissenschaftlichen Forschung. Zu den patentgeschützen und lizenzierbaren Erfindungen gehört auch eine an der LMU entwickelte Technologie zur Behandlung von Krebs, die die Bildgebung an Tumoren im Körper mit einem gleichzeitigen Wirkstofftransport zu den Geschwulsten sowie einer lokalen Medikamentenfreisetzung kombiniert. Eine weitere Erfindung der LMU beschäftigt sich mit der Risikoprognose für chronisch lymphatische Leukämie (CLL). Bei dieser Erkrankung schwanken der Krankheitsverlauf und die Lebenserwartung der Patienten stark. Eine Risikoprognose kann helfen, die optimale Behandlungsform auszuwählen.

Die an der LMU entwickelte Technologie zur Behandlung von Krebs kombiniert die Bildgebung an Tumoren im Körper mit einem gleichzeitigen Wirkstofftransport zu diesen Tumoren und einer lokalen Medikamentenfreisetzung. Möglich ist dies durch Mikrobläschen, die von einer neuartigen phospholipidhaltigen Membran umgeben und mit Krebsmedikamenten befüllt sind. Diese werden den Patienten intravenös verabreicht und wirken im Blut zunächst als Kontrastmittel. Mithilfe der Sonografie werden so unter Anwendung niedriger Ultraschall-Energie Tumore sichtbar, die das Kontrastmittel im Gegensatz zu gesundem Gewebe anders aufnehmen und die Schallwellen daher schwächer zurückwerfen. Sobald die Tumore lokalisiert worden sind, kann über eine Erhöhung der Schallenergie, welche die Membran der Mikrobläschen zum Platzen bringt, die Medikamentenfreisetzung gesteuert werden. Durch die gezielte Medikamentenabgabe direkt an den Tumoren kann eine gesteigerte Wirkung erzielt werden. Die Wirkstofffreisetzung und Verteilung im übrigen Körper wird dadurch reduziert, und unerwünschte Nebenwirkungen können verringert werden. 

Eine weitere Erfindung der LMU beschäftigt sich mit der Risikoprognose für chronisch lymphatische Leukämie (CLL). Die Krankheitsverläufe von Patienten mit CLL schwanken sehr stark, und die Lebenserwartung reicht von etwa einem Jahr bei einem progressiven und Chemotherapie-resistenten Verlauf bis zu mehreren Jahrzehnten. Eine zuverlässige Risikoprognose kann daher bei der Entscheidung über die richtige Behandlungsform helfen. Herkömmliche Methoden sind oftmals sehr langwierig, erfordern großes Expertenwissen oder sind zu ungenau. Die neuartige Methode dagegen erlaubt auf Basis der Daten einer umfangreichen Studie mit CLL-Patienten die Ermittlung eines zuverlässigen Prognosewertes, genannt PS.8, für das Gesamtüberleben und die Zeit bis zum nächsten Behandlungszyklus. PS.8 kann mithilfe eines einfachen diagnostischen Verfahrens, der sogenannten quantitativen PCR, anhand der Expressionswerte von acht Genen schnell und einfach ermittelt werden und eröffnet so personalisierte Behandlungsstrategien für CLL Patienten.

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