Ludwig-Maximilians-Universität München
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Duftraub im Ameisenstaat

Parasitische Silberfische reiben Signalstoffe von Wirt ab

München, 01.12.2011

Ameisenkolonien sind für Parasiten und Räuber sehr verlockend, da sie dort einen reich gedeckten Tisch und einen geschützten Lebensraum vorfinden. Deshalb nutzen Ameisen Duftstoffe, um Freund und Feind zu unterscheiden. Parasitische Untermieter überlisten diesen Schutz allerdings häufig, indem sie die chemischen Signalstoffe imitieren – sie ziehen sich quasi eine chemische Tarnkappe über. „Auf welche Weise Parasiten die chemischen Substanzen erhalten, war bisher unklar“, sagt Professor Volker Witte vom Department Biologie der LMU. Gemeinsam mit seinem Doktoranden Christoph von Beeren gelang ihm nun der Nachweis, dass parasitische Silberfische die Signalstoffe nicht etwa selbst produzieren, sondern den richtigen Duft von ihren Wirten – asiatischen Treiberameisen – stehlen: Durch intensives Reiben übernehmen die Silberfische die chemischen Signalstoffe auf der Körperoberfläche der Ameisen und erschleichen sich so die soziale Integration in die Kolonie.  (BMC Ecology )

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