Ludwig-Maximilians-Universität München
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Neuartige Strategie gegen SARS & Co

Breitbandwirkstoff hemmt virale Vermehrung

München, 28.10.2011

Breitspektrum-Antibiotika, die gegen mehrere bakterielle Erreger wirken, gibt es schon lange. Vergleichbare Wirkstoffe gegen Viren aber fehlen bislang. Ein Forscherteam unter der Leitung von Dr. Albrecht von Brunn, Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, und Professor Christian Drosten, Universität Bonn, hat nun einen neuartigen Ansatz entwickelt, der in der Zellkultur gleichzeitig verschiedene Viren bekämpft – darunter auch den gefährlichen SARS-Erreger. Angriffspunkt der neuen Methode ist die Abhängigkeit der Erreger von bestimmten Proteinen ihrer Wirte, die sie zur Vermehrung benötigen. Der neue Breitspektrum-Wirkstoff setzt hier an und unterbricht die Signalkette, ohne aber den Körperzellen des Wirtes zu schaden. „Wir konnten in dieser Studie zeigen, dass die breit angelegte Suche nach zellulären Ansatzpunkten neue Wirkprinzipien identifizieren kann, die dann auch einen nachweisbaren Effekt gegen Viren haben“, sagt von Brunn. „In der Zellkultur hat sich unser Ansatz schon bestätigt. Wir hoffen nun, dass sich diese Ergebnisse auch tatsächlich auf Therapien übertragen lassen. Zumindest aber kann unser Hochdurchsatzverfahren nun genutzt werden, um systematisch verschiedene Protein-Viren-Kombinationen als potenzielle Ansatzpunkte für Hemmstoffe zu testen.“ Die Studie wurde im Rahmen des Forschungsverbunds „SARS“ im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt. (PloS Pathogens, 27. Oktober 2011)

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