Ludwig-Maximilians-Universität München
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„Ein Leben für die Zoologie“

Erste Biographie des Forschungsreisenden Ritter von Spix

München, 10.10.2011

Er war einer der großen Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts und ist in der Öffentlichkeit doch weitgehend vergessen. Von 1817 bis 1820 bereiste der als Naturforscher bereits etablierte Johann Baptist Ritter von Spix Brasilien von den Trockengebieten bis zum Amazonas, wo er sogar als erster Zoologe tätig war und grundlegende Erkenntnisse über die Natur, die Geologie und die dort lebenden Völker sammelte. Er kehrte reich beladen ins heimische München zurück: 350 Vögel, 130 Amphibien und Reptilien, 116 Fische, Tausende von Insekten und 6.500 Pflanzenarten hatte er im Gepäck. Weil der junge Zoologe nur wenige Jahre nach seiner großen Expedition an einer Tropenkrankheit starb, blieben ihm aber die umfassende Auswertung seiner exotischen Sammlungen verwehrt. Professor Klaus Schönitzer, Biologe an der LMU und Hauptkonservator an der Zoologischen Staatssammlung München, legt nun mit „Ein Leben für die Zoologie. Die Reisen und Forschungen des Johann Baptist Ritter von Spix“ die erste Biografie des Naturforschers vor. Schönitzer gelingt es, ein klares und umfassendes Bild des großen Reisenden zu zeichnen, auch wenn Vieles aus dessen Nachlass verloren ist. Geblieben sind aber die dreibändigen Reiseerinnerungen des Ritters von Spix und seines Gefährten Carl Friedrich Philipp von Martius, in denen die beiden Forscher eine untergegangene Welt beschwören: „Aus den dunklen, tief liegenden Urwäldern in diese freien, offenen Gefilde versetzt, wie ganz anders wird es dem Reisenden zu Mute! Hier, auf den heiteren und friedlichen Höhen verstummen die lauten Kinder des Waldes; hier vernimmt man nicht mehr das Geheul der in Herden versammelten Affen, das immer lärmende Geschrei zahlloser Papageien, Pirolen und Tukane, das fernschallende Klopfen der Spechte, die metallisch klingenden Töne der Uraponga, die vollen Laute der Pipren, das Rufen der Hoccos, Jaciis u.s.w. Um so häufiger summen still gleich Bienen die Kolibris an blumenreichen Stauden, bunte Schmetterlinge flattern um die rieselnden Quellen, zahlreiche Wespen fliegen in ihre von den Bäumen lang herabhängenden Nester ein und aus, große Hornissen schwärmen über dem weit umher zu Wohnungen durchlöcherten Boden...“

 

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