Ludwig-Maximilians-Universität München
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„Deutsche Identitäten“

Buch zur Wiederentdeckung des Nationalen nach 1989

München, 08.08.2011

Das Nationalbewusstsein hat in Europa noch lange nicht ausgedient – trotz oder wegen Globalisierung und Europäischer Einigung. Auch in Deutschland, wie nicht zuletzt das unbefangene nationale Bekunden im Fußballsommer des Jahres 2006 zeigte. „Ich halte dieses Phänomen, das für viele überraschend kam, für die Folge und den weithin sichtbaren Höhepunkt eines längeren und vielschichtigen Prozesses“, sagt die LMU-Ethnologin Professor Irene Götz, die mit „Deutsche Identitäten“ nun ein Buch zur „Wiederentdeckung des Nationalen nach 1989“ vorgelegt hat. Sie betrachtet darin gesellschaftspolitische Entwicklungen in Deutschland nach dem Schwellen- und Epochenjahr 1989, in dem sich die Nachkriegsordnung und die Sichtweise Deutschlands nachhaltig zu verändern begannen. Das Werk beleuchtet unter anderem die Debatten um die „Leitkultur“ und die sogenannten „neuen Deutschen“. Biografische Fallstudien ergänzen Ausführungen zur Gedächtnisgemeinschaft für das „kulturelle Erbe“ West- und Ostdeutschlands. „Dabei zeigt sich, dass es weder die eine Erbengemeinschaft noch eine übergreifende Identitätskonzeption gibt“, sagt Götz, die am Institut für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München beschäftigt ist. „Vielmehr haben sich spezifische Akteursgruppen gebildet, die je nach Kontext – ob regional, milieuspezifisch, ethnisch oder anderweitig – unterschiedliche Politiken verfolgen und Auseinandersetzungen führen. Es geht dabei auch immer um die Zukunft eines Nationalstaates, der sich dank europäischer und globaler Einflüsse im Umbau befindet.“ Grundlegende Arbeiten zu diesem Werk entstanden an der Humboldt-Universität Berlin.

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