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Alltag im Königreich Diamat

LMU-Geophysiker finden älteste äthio-sabäische Siedlung

München, 24.05.2011

Ein Team um den LMU-Geophysiker Dr. Jörg Fassbinder und Dr. Pawel Wolf vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI) Berlin hat im äthiopischen Hochland die vermutlich älteste äthio-sabäische Siedlung gefunden. Der Nachweis gelang mithilfe eines tragbaren Magnetometers, mit dessen Hilfe sich minimale Schwankungen des Erdfeldes – Punkt für Punkt in engem Raster und in extremer Empfindlichkeit – aufnehmen lassen. Als Graustufenbild visualisiert, lassen sich so, ähnlich wie bei bildgebenden Verfahren in der Medizin, verborgene Strukturen im Erdreich wie etwa Mauerzüge, Gräber, Feuerstellen und Abfallgruben exakt nachzeichnen. Eine Schwierigkeit ergab sich aus der geografischen Lage des Untersuchungsgebietes im äthiopischen Hochland: Nahe dem geomagnetischen Äquator gelegen, verlaufen die magnetischen Feldlinien parallel zur Erdoberfläche, was komplexe Anomalien erzeugt, die nur schwer bestimmbar sind. Dennoch gelang der Nachweis bei den Messungen, die Fassbinder mit seiner Mitarbeiterin Margarete Schlosser vornahm, weil sie auf einer neu entwickelten Auswertungsmethode beruhte. „Die Untersuchungen waren ein voller Erfolg“, berichtet Wolf, der Grabungsleiter vor Ort. „Schon bei ersten Testgrabungen stießen wir auf zerstörte Feldsteinmauern, Überreste von Begräbnissen, Brandschichten und Siedlungsabfälle wie Tierknochen und Keramikscheiben aus unterschiedlichen Zeitepochen.“

 

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