Ludwig-Maximilians-Universität München
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„Leben in der Kraft der Rituale“

Ein neues Buch zur Religion und Spiritualität in Indien

München, 30.03.2011

Mythos und Logos: Spätestens seit der Aufklärung gelten das Sinnhafte und das Rationale in den westlichen Gesellschaften meist als Gegensätze. Aber auch hier stellt sich für viele einmal mehr die Frage, ob nicht Mythos wie auch Logos ihre Berechtigung haben – und sich vielleicht sogar ergänzen. „Der Mythos will gar nicht erklären und deuten, sondern Resonanzräume eröffnen“, sagt Professor Michael von Brück, Religionswissenschaftler an der LMU. „Der Mythos ist ein Muster von Welterfahrung und spiegelt nicht zuletzt die Kulturgeschichte der Menschheit.“ Dabei ist er so eng mit dem Kult verbunden, dass wohl nicht mehr geklärt werden kann, ob die mythische Erzählung vor oder nach den damit verbundenen Ritualen entstanden ist. In der kulturgeschichtlichen Analyse „Leben in der Kraft der Rituale. Religion und Spiritualität in Indien“ – einem zugleich sehr persönlichen Buch – gehen von Brück und seine Frau Regina von Brück der Frage nach, wie Rituale das Leben strukturieren und in einen größeren Sinnzusammenhang stellen. Sie tauchen dafür tief in die Götter- und Mythenwelt Indiens ein und berichten auch von ihren eigenen Erfahrungen, die sie in den letzten dreißig Jahren bei regelmäßigen Besuchen in einem indischen Ashram gesammelt haben. „Viele Rituale werden zwar umgeformt und in neuer Weise interpretiert, was aber die indische Religionsgeschichte seit Jahrtausenden kennzeichnet“, berichten die Autoren. „Selbst wenn diese Rituale die Sehnsucht des Menschen nach letztgültiger Geborgenheit und dauerhaftem inneren Frieden dann nicht mehr stillen, können sie immer noch einen sozialen und auch psychologischen Zweck erfüllen. Entscheidend ist, dass sie auch weiterhin die Sinnsuche lenken helfen – und Indien experimentiert auf diesem Feld mit spielerischer Freude.“

 

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