Ludwig-Maximilians-Universität München
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Der Club der toten Dichter

Fünf große Autoren der Antike in Leben und Werk

München, 29.03.2011

Nicht alle Klassiker zeichnen sich durch „edle Einfalt und stille Größe“ aus. Die Dichter der Antike etwa nahmen nur selten ein Blatt vor den Mund. Im Lauf der Jahrhunderte gerieten sie deshalb nicht selten in Vergessenheit oder wurden als zu frivol geschmäht. Der LMU-Altphilologe Professor Niklas Holzberg hat nun eine fünfbändige Reihe zum Abschluss gebracht, in der er Aristophanes, Horaz, Ovid, Vergil und Catull auch einem modernen Publikum in Leben und Werk präsentieren möchte. Holzberg wählt klare Worte, wo es die Vorlage verlangt: Die Derbheit wird nicht zur romantischen Schwärmerei, die Zote kein zarter Liebesseufzer. Catulls Werke etwa gehören wohl zum Obszönsten, was die erotische Literatur der Römer und Griechen zu bieten hat. „Ich knüpfe in meiner Arbeit an eine recht junge Tradition an, die gerade erotische Literatur der Antike in ihrem sozialen Kontext und nicht im Rahmen der heute geltenden Normen erforscht“, sagt Holzberg. „Natürlich sind Catulls Verse ausgesprochen zotenhaft – und dadurch erst recht amüsant. Man darf zudem nicht vergessen, dass diese Poesie zur gleichen Zeit in Stil, Metrik, Intertextualität und Stoffbehandlung literarisch höchst anspruchsvoll ist. Die fünf Dichter haben überdauert, weil sie zu uns auch über die Jahrhunderte hinweg als einfache Menschen sprechen.“ Und dann muss selbst ein Catull in zeitlosem Liebesleid einmal Kreide fressen: „Ich hasse und liebe. Du fragst vielleicht, warum ich das tue./ Weiß nicht, doch dass es geschieht, fühl ich und leide Qual.“

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