Ludwig-Maximilians-Universität München
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Möglicher Ansatzpunkt für Therapie bei Multipler Sklerose:

Reversibler Schädigungsvorgang entdeckt

München, 28.03.2011

Das Immunsystem soll Krankheitserreger und Giftstoffe im Körper beseitigen. Zu Autoimmunerkrankungen kommt es, wenn stattdessen körpereigenes Material angegriffen wird. Eines der häufigsten autoimmun bedingten Leiden ist die Multiple Sklerose, kurz MS. Bei dieser schweren, meist in Schüben verlaufenden Erkrankung bilden sich in Gehirn und Rückenmark ausgedehnte entzündliche Veränderungen, in welchen die langen Fortsätze der Nervenzellen – die Axone – zerstört werden. Ein Forscherteam um den LMU-Mediziner Professor Martin Kerschensteiner vom Klinikum der Universität München und Professor Thomas Misgeld von der TU München konnte nun aufklären, wie es zu dieser Schädigung kommt. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Entzündung im Nervensystem eine bislang unbekannte Form der Axondegeneration – die „focal axonal degeneration“ oder FAD – auslösen kann. Weil der Prozess in frühen Stadien reversibel ist, sehen ihn die Forscher als potenziellen Ansatzpunkt für eine therapeutische Intervention. „Bis dahin ist es aber auf jeden Fall ein sehr weiter Weg“, betont Kerschensteiner. „Wir verstehen die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen bisher nur in Ansätzen, und therapeutisch wirksame Substanzen müssen natürlich erst in sehr aufwendigen Versuchsreihen entwickelt und getestet werden.“ (Nature Medicine online, 27. März 2011)

 

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