Ludwig-Maximilians-Universität München
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Feinschliff für die Proteinfabrik

Neuer Inhibitor manipuliert „Alternatives Spleißen“

München, 22.03.2011

Ribonukleinsäure, kurz RNA, ist unter anderem für die Proteinsynthese essenziell. Dabei übermitteln sogenannte mRNAs die in den Genen gespeicherten Informationen und damit die Baupläne für Proteine. Bei der Abschrift eines Gens entsteht eine Vorläufer-mRNA, aus der dann unterschiedliche Endprodukte entstehen können. Jede dieser prozessierten mRNAs liefert die Vorlage für ein anderes Protein. Die Prozessierung des Vorläufermoleküls läuft über das sogenannte „Alternative Spleißen“ (englisch „alternative splicing“), das vom Zusammenspiel mehrerer Proteine abhängt. Von entscheidender Bedeutung sind dabei CLK-Kinasen, die andere Moleküle aktivieren. Ein Forscherteam um den LMU-Pharmazeuten Professor Franz Bracher konnte nun in Zusammenarbeit mit Professor Stefan Knapp von der Universität Oxford mit KH-CB19 einen hochpotenten und extrem selektiven Inhibitor dieser Kinasen entwickeln. Zellversuche an der Charité Berlin zeigten, dass schon geringste Dosen des Moleküls eine Wirkung zeigen. „Der neue Inhibitor ist damit ein exzellentes chemisches Werkzeug, um die Bedeutung des Alternativen Spleißens weiter zu erforschen“, betont Bracher. „Er könnte auch die Entwicklung neuer Arzneistoffe vorantreiben, die zur Behandlung von Grippeinfektionen eingesetzt werden können.“ (Chemistry & Biology, 27. Januar 2011).

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