Ludwig-Maximilians-Universität München
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Positives Feedback für Tumore

Regulatorprotein setzt ungebremste Zellteilung in Gang

München, 21.12.2011

Krebszellen sind praktisch unsterblich: Die unbegrenzte Teilungsfähigkeit - die sogenannte Immortalisierung - ist ein zentrales Merkmal von Tumorzellen. Normalerweise verhindern Zellen derart ungebremstes Wachstum durch strenge Kontrollmechanismen, die wuchernde Zellen vorzeitig altern oder absterben lassen. Wissenschaftler um Professor Heiko Hermeking und Dr. Antje Menssen vom Pathologischen Institut der LMU konnten nun aufklären, wie das zentrale Regulatorprotein c-MYC diese Kontrolle unterläuft und so zur Krebsentstehung beiträgt: Hohe c-MYC-Konzentrationen, welche in den meisten Tumorarten vorliegen, aktivieren das Enzym SIRT1, das Zellalterung und Zelltod verhindert. Gleichzeitig wird eine positive Feedbackschleife in Gang gesetzt, durch die c-MYC und SIRT1 immer weiter aktiviert werden. Normale Zellen unterbrechen die Feedbackschleife, indem sie das c-MYC Gen bei fehlenden Wachstumssignalen inaktivieren – in Tumorzellen funktioniert dies nicht mehr, und es kommt zur Immortalisierung. „Unsere Befunde legen nahe, dass Tumorarten wie etwa Lymphome, Dickdarm-, oder Brustkrebs, bei denen c-MYC eine zentrale Rolle spielt, besonders stark auf eine pharmakologische Inhibition der an der Feedbackkette beteiligten Enzyme reagieren sollten“, erläutert Menssen die medizinische Bedeutung der Ergebnisse. Insbesondere könnte eine kombinierte Therapie, die an verschiedenen Stellen der Feedbackschleife ansetzt, den Krebs effektiver bekämpfen. (PNAS 19.-23.12)

 

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