Ludwig-Maximilians-Universität München
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„Vilnius. Geschichte und Gedächtnis“

Die Hauptstadt Litauens und ihr multikulturelles Erbe

München, 02.03.2011

Vilnius präsentiert sich heute als moderne Metropole mit europäischer Perspektive. Immerhin liegt auch der geometrische Mittelpunkt des Kontinents unfern der litauischen Hauptstadt, die sich 2009 „Kulturhauptstadt Europas“ nennen durfte. Doch Europa – vor allem in Form der politischen Union – ist nur das letzte Kapitel in mehr als 1000 Jahren wechselvoller Geschichte. Eine Gruppe von 19 Studierenden hat sich unter der Leitung der LMU-Historiker Professor Martin Schulze Wessel und Ekaterina Makhotin, M.A., sowie der LMU-Ethnologin Professor Irene Götz vor Ort auf die Suche begeben nach dem jiddisch-jüdischen Vilne, dem polnischen Wilno, dem russischen Vilna, dem weißrussischen Vilno und natürlich dem litauischen Vilnius. Ihre Ergebnisse präsentieren sie in dem historischen Stadtbuch „Vilnius. Geschichte und Gedächtnis“. Ein besonders tragisches Kapitel spürt dem „Jerusalem des Nordens“ nach: Diesen Beinamen verdankte Vilnius der blühenden jüdischen Gemeinde Litausens – die unter den Nationalsozialisten fast vollständig vernichtet wurde. Im heutigen Stadtbild deutet nur noch wenig auf das jüdische Erbe hin. Doch auch das polnische Leben in Vilnius ist seit dem Zweiten Weltkrieg weitgehend Vergangenheit. Da mag es hoffnungsvoll stimmen, dass sich Litauen nun wieder als Stadt im Herzen Europas definieren kann – möglicherweise auf dem Weg hin zu einer neuen Multiethnizität und des friedlichen Zusammenlebens vieler Kulturen.

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