Ludwig-Maximilians-Universität München
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Ein richtungsweisendes Erfolgsmodell

Mini-Kompasse von Magnetbakterien wohl nur einmal erfunden

München, 28.12.2010

Magnetbakterien orientieren sich mithilfe zellulärer Mini-Kompasse, sogenannter Magnetosomen, die aus einer Kette von Nano-Magneten bestehen. Wissenschaftlern um die LMU-Mikrobiologen Dr. Christian Jogler und Professor Dirk Schüler ist es in Kooperation mit den Max-Planck-Instituten für Molekulare Genetik und Marine Mikrobiologie nun gelungen, „Magnetobacterium bavaricum“ ohne Umweg über eine Laborkultur mithilfe einer magnetischen Falle direkt aus Chiemseeschlamm zu fischen und genetisch zu analysieren. Dieses Magnetbakterium ist besonders interessant, weil es sehr groß ist und ungewöhnlich viele Mini-Magneten enthält. Durch den Vergleich seiner Gensequenzen mit denen bereits bekannter Magnetbakterien konnten die Wissenschaftler erstmals nachweisen, dass die Gene, die den Bauplan für den bakteriellen Kompass enthalten, einen gemeinsamen evolutionären Ursprung haben - und zwar auch bei unverwandten Bakteriengruppen. „Wahrscheinlich wurden ähnliche Gene durch sogenannten horizontalen Gentransfer zwischen verschiedenen Bakteriengruppen übertragen", vermutet Schüler. Da die Eigenschaften bakterieller Magnetosomen diejenigen chemisch hergestellter Nanomagneten übertreffen, ist der Bildungsmechanismus dieser biologischen Mini-Magneten auch für biotechnologische Anwendungen wie magnetische Diagnose- und Therapieverfahren interessant.

 

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