Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wenn Blätter Stiel beweisen –

Seltene Ginkgo-Fossilien beleuchten Samenentwicklung

München, 18.11.2010

Im Paläozoikum und besonders im Mesozoikum war die Pflanzengruppe der Ginkgos weltweit verbreitet und umfasste zahlreiche Familien und Gattungen. Heute sind bis auf den als Ziergehölz beliebten Ginkgo biloba alle Vertreter ausgestorben. Professor Thilo Fischer von der LMU München, Rainer Butzmann aus München sowie Barbara Meller von der Universität Wien und Evelyn Kustatscher vom Naturmuseum Südtirol konnten nun anhand fossiler Ginkgo-Reste einen wichtigen Schritt in der Evolution der Samenentwicklung dieser Pflanzen beleuchten: Während Samen von heute existierenden Ginkgo biloba-Bäumen auf einem kleinen, zweifach geteilten Stiel sitzen, scheinen die Samen der fossilen Funde direkt mit den Blättern verbunden zu sein. „Das bekräftigt die seit Langem existierende Hypothese, dass die heute übliche Samenform mit Stiel entwicklungsgeschichtlich aus einem reduzierten Blatt entstanden ist“, sagt Fischer. „Dieses Ergebnis war nur möglich, weil wir vor ein paar Jahren in der Bletterbach-Schlucht in den Dolomiten die gut erhaltenen Blätter und Samen von Ginkgopflanzen bergen konnten – ein sehr seltener Fund.“  Das Projekt wurde durch das Naturmuseum Südtirol (Bozen) und den Geoparc Bletterbach gefördert. (BMC Evolutionary Biology, November 2010)

 

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