Ludwig-Maximilians-Universität München
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Glutamat im Fadenkreuz der Forschung

Erster genetischer Risikofaktor für häufige Migräneformen gefunden

München, 30.08.2010

Migräne ist eine häufige und wichtige Erkrankung. Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter dem periodisch auftretenden Kopfschmerz, der häufig von anderen schweren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Lärm- und Lichtempfindlichkeit begleitet ist. Eine internationale Kooperation, der auch Professor Martin Dichgans und Dr. Tobias Freilinger von der Neurologischen Klinik und Poliklinik der Universität München angehören, konnte nun auf Chromosom 8 einen genetischen Risikofaktor für die häufigen Formen der Migräne identifizieren. Die Daten von mehr als 50.000 Individuen flossen in die genomweite Assoziationsstudie ein, wobei die genetischen Anlagen von Migränepatienten mit denen gesunder Teilnehmer verglichen wurden. „Bisher waren nur genetische Risikofaktoren für besonders schwere und sehr seltene Formen der Migräne bekannt“, sagt Freilinger. „Unser Ergebnis ist also ein wichtiger Durchbruch.“ Dies umso mehr, als auch ein möglicher Erklärungsansatz gefunden wurde: „Es scheint, dass die von uns gefundene genetische Variante einen Einfluss auf die Konzentration von Glutamat im Gehirn hat“, so Dichgans. „Glutamat spielt als sogenannter Neurotransmitter eine Rolle bei der Weiterleitung von Signalen im Gehirn. Nach unseren Ergebnissen könnte eine übermäßige Akkumulation von Glutamat an den Synapsen, also den Kontaktstellen der Neuronen, eine Schlüsselrolle bei der Migräne spielen. Dies könnte neue therapeutische Perspektiven eröffnen.“

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