Ludwig-Maximilians-Universität München
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Die Rechnung nicht ohne den Boten machen

Simulationen helfen protonierte Wassercluster zu vermessen

München, 24.08.2010

Wassercluster bezeichnen Wassermoleküle, die sich kurzfristig zu größeren Molekülverbänden zusammenschließen. Diese Wassercluster können weitere positiv geladene Protonen aufnehmen und kommen dann als sogenannte protonierte Wassercluster auch etwa als funktionelle Gruppen in Proteinen vor. Mit Hilfe der Infrarotsprektroskopie lassen sich Bindungsstärke, die molekulare Geometrie und andere Eigenschaften protonierter Wassercluster bestimmen. Für die Messung der Schwingungsspektren sind Botenmoleküle nötig. Ein Forscherteam um den LMU-Physiker Dr. Gerald Mathias und Professor Dominik Marx von der Ruhr-Universität Bochum, konnte nun erstmals nachweisen, wie diese Strukturen die Zuweisung der spektralen Banden bei der Infrarotspektroskopie beeinflussen. „Unsere Ergebnisse könnten dazu beitragen, solche Messungen besser zu verstehen“, sagt Mathias. „Das ist wichtig, um beispielsweise die Funktion protonierter Wassercluster in Proteinen zu entschlüsseln. Weil Wassermoleküle praktisch überall vorkommen, könnten die verbesserten Messungen etwa auch bei chemischen Analysen der Erdatmosphäre oder in der Astrochemie zum Einsatz kommen.“ (Angewandte Chemie online, 23. August 2010)

 

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