Ludwig-Maximilians-Universität München
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Alle Erreger, stillgestanden!

Mit Thrombosen gegen Infektionen kämpfen

München, 02.08.2010

Die erworbene Immunabwehr des Menschen kann spezifisch auf einzelne Erreger reagieren. Aber die erste Antwort auf eingedrungene Pathogene liefert die sogenannte angeborene Immunität, die unspezifische Abwehrmaßnahmen wie etwa Entzündungsreaktionen auslöst und über verschiedene Abwehrzellen verfügt. „Ein Beispiel sind die Neutrophilen, die Abwehrstoffe gegen Pathogene produzieren“, sagt der LMU-Mediziner Professor Bernd Engelmann. „Sie spielen aber auch bei der Blutgerinnung eine Rolle.“ Ein Team um Engelmann konnte nun zeigen, dass zwischen der Blutgerinnung und der Abwehr von Pathogenen ein enger Zusammenhang besteht – und die Neutrophilen ein wichtiges Bindeglied sind. „Diese Immunzellen lösen bei systemischen Infektionen gezielt die Bildung harmloser Blutgerinnsel in kleinen Gefäßen aus, um die Ausbreitung der Erreger zu stoppen“, sagt Engelmann. „Insgesamt lassen die Ergebnisse vermuten, dass Thrombosen ein physiologisches Mittel in der Abwehr von Infektionen sein können. Nur wenn Blutgerinnsel irrtümlich und ohne Pathogene in größeren Gefäßen entstehen, drohen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Unsere Ergebnisse liefern möglicherweise neuartige therapeutische Ansatzpunkte zur Unterdrückung pathologischer Thrombosen.“ (Nature Medicine online, 1. August 2010)

 

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