Ludwig-Maximilians-Universität München
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Die zweiköpfige Hydra

Wenn Eltern keine klaren Grenzen setzen

München, 28.07.2010

Wie Korallen, Seeanemonen und bestimmte Quallen zählen auch die Süßwasserpolypen (Hydra) zu den Nesseltieren. Diese entwicklungsgeschichtlich sehr alten Vielzeller leben im Meer, an den Küsten und zum Teil auch im Süßwasser. Süßwasserpolypen können sich unter anderem  asexuell durch die Ausbildung von Knospen fortpflanzen, die sich zu neuen Polypen entwickeln und anschließend vom Elternpolyp ablösen. Ein Team um die LMU-Biologin Professor Angelika Böttger hat nun den molekularen Signalweg entdeckt,  der die Abspaltung der Knospen auslöst. Wird dieser Signalweg ausgeschaltet, bleiben die jungen Polypen fest mit dem Ursprungspolypen verbunden, so dass zweiköpfige Hydren entstehen. „Dieser Mechanismus hat große Ähnlichkeit mit Vorgängen der Grenzbildung, die bei höheren Tieren für die Ausbildung von Organen von Bedeutung sind“, erläutert Böttger. „Defekte können hier zu fehlerhafter Organentwicklung beim Embryo führen oder Krebs auslösen. Deshalb müssen wir die Funktion der verschiedenen Signalwege im Detail verstehen, wozu jetzt möglicherweise auch unsere Ergebnisse beitragen.“ (Developmental Biology, 1. August 2010)

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