Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wo die wilden Gemüse wohnen

Gurke und Melone stammen aus Asien und Australien

München, 20.07.2010

Der geografische Ursprung und die Region der Domestizierung sind selbst bei wichtigen kultivierten Pflanzen noch unklar. So wurde lange vermutet, dass die botanische Gattung Cucumis, zu der auch Gurke (Cucumis sativus) und Melone (Cucumis melo) gehören, aus Afrika stammt, weil es dort zahlreiche wilde Cucumis-Arten gibt. „Eine genetische Analyse hat uns nun aber gezeigt, dass Melone und Gurke ursprünglich aus Asien stammen“, sagt die LMU-Botanikerin Professor Susanne Renner. „Wir haben zudem eine Reihe verwandter und noch nicht beschriebener Arten nachgewiesen, die aus Australien oder aus Gegenden rund um den Indischen Ozean stammen.“ Diese Ergebnisse sind so wichtig, weil die Gurke weltweit eines der am häufigsten angebauten Gemüse ist und zu den wenigen Blütenpflanzen gehört, deren Genom bereits ganz sequenziert wurde. Genetische Studien an dieser und verwandten Arten sollten sich demnach künftig auf Asien und Australien konzentrieren. „Die Ressourcen der Botanischen Staatssammlung und des Botanischen Gartens haben diesen Fund ermöglicht“, betont Renner. „Ein großer Teil der von uns sequenzierten Pflanzen wurde im 19. Jahrhundert in Indien, Vietnam oder Australien gesammelt und vergessen. Viele der Fundorte gibt es mittlerweile nicht mehr, weil sie etwa in Vororten von Hanoi oder anderen expandierenden Großstädten liegen.“(PNAS online, Juli 2010)

 

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