Ludwig-Maximilians-Universität München
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Warum rauchen Menschen?

Individueller Aufwand ist entscheidend für Einstieg und Entzug

München, 30.06.2010

LMU-Soziologen haben in dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt „Theorie und Empirie des Zigarettenkonsums“ untersucht, warum Menschen überhaupt rauchen. „Bisherige Studien haben sich vor allem auf das Umfeld der Raucher konzentriert“, sagt der LMU-Soziologe Thomas Wimmer. „Das klingt dann etwa so: Peter raucht, weil sein bester Freund Dieter raucht. Dieter raucht, weil seine Eltern rauchen, und Dieters Eltern rauchen, weil ihre besten Freunde damals alle geraucht haben.“ Weil dieses Imitationsprinzip letztlich zirkulär ist, haben die Forscher nun eine andere Herangehensweise gewählt und verstärkt auf das Individuum geachtet. Dabei gehen sie davon aus, dass es sich beim Rauchen um ein jugendtypisches Verhalten handelt, das prinzipiell für alle Jungendlichen eine gewisse Attraktivität besitzt. Ob jemand dann tatsächlich Raucher wird, hängt in erster Linie von den individuellen Kosten ab – und damit von dem Aufwand, den das Laster verlangt. Das sind zum einen die tatsächlichen finanziellen Kosten über den Zigarettenpreis. Dazu kommen aber zum Beispiel auch Kosten in Form von fehlender sozialer Anerkennung durch die Eltern, wenn Jugendliche gegen deren Willen rauchen. „Auch ein absolutes Rauchverbot in der Öffentlichkeit zählt übrigens zu den Kostenfaktoren“, betont Wimmer. „Wenn das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten ist, wird es für Raucher schlicht und ergreifend schwieriger, ihrem Laster nachzugehen.“

 

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