Ludwig-Maximilians-Universität München
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Verzögerter Zeitpunkt Null

Kürzestes Zeitintervall in der Natur gemessen

München, 25.06.2010

Trifft Licht auf Atome, werden deren Elektronen angeregt. Bei ausreichender Energiezufuhr verlassen die Teilchen das Atom. Dieser Effekt, die sogenannte „Photoemission“, wurde vor mehr als 100 Jahren von Albert Einstein entdeckt. Man geht davon aus, dass sofort nach dem Auftreffen des Lichtstrahls die Bewegung der Elektronen im Atom beginnt. Diesen Zeitpunkt definiert man als Nullpunkt bei der Elektronenanregung durch Licht. Mit ihrer Ultrakurzzeit-Messtechnik haben die Physiker vom Labor für Attosekundenphysik (LAP) unter der Leitung von Professor Ferenc Krausz am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) in Garching, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und der Technischen Universität München (TUM), in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Griechenland, Österreich und Saudi Arabien, diese Annahme überprüft. Dazu schickten die Forscher Lichtpulse auf Neon-Edelgasatome. Es stellte sich heraus, dass die gleichzeitig durch Lichtpulse angeregten Elektronen, die sich auf unterschiedlichen Umlaufbahnen (Orbitalen) der Atome befinden, erst mit einer Zeitverzögerung von einigen zehn Attosekunden das Atom verlassen. Eine Attosekunde ist ein Milliardstel einer milliardstel Sekunde. Die neuen Erkenntnisse stehen damit im Gegensatz zu der bisherigen Annahme, dass die Elektronen das Atom sofort nach Auftreffen des Lichtpulses verlassen, schreiben die Wissenschaftler in der Titelgeschichte des Wissenschaftsjournals Science. (Science, 25. Juni 2010)

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