Ludwig-Maximilians-Universität München
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Die kleinste Baustelle der Welt

Tensegrity im Nanometer-Maßstab

München, 22.06.2010

Leicht wie ein Schleier scheint das Zeltdach auf den Säulen des Münchner Olympiastadions zu liegen. Seine Konstruktion beweist, dass stabiles Bauen auch mit geringem Materialaufwand möglich ist. Entscheidend hierfür ist eine optimale Kräfteverteilung: kompressionsresistente und zugstabile Bauelemente müssen so verteilt und miteinander verbunden sein, dass sich Druck – und Zugspannungen innerhalb des Systems ausgleichen. Auf diese Weise stabilisiert sich das Objekt selber. Das englische Kunstwort für dieses Prinzip ist „Tensegrity“, zusammengesetzt aus „Tension“ (Spannung) und „Integrity“ (Ganzheit, Zusammenhalt). Mit den weltweit kleinsten künstlichen Tensegrity-Strukturen beschäftigt sich Tim Liedl, seit 2009 Professor für Physik an der Ludwig-Maximilans-Universität (LMU) und Mitglied des Exzellenzclusters „Nanosystems Initiative Munich“ (NIM). Während eines Forschungsaufenthaltes an der Harvard Medical School in Boston schafften es Tim Liedl und seine dortigen Kollegen erstmals, ein Tensegrity-Modell im Nanometer-Maßstab nachzubauen. Anwendungsideen bauen dabei unter anderem auf die Anfälligkeit dieser Gebilde. So könnten Tensegrity-Strukturen im Nano-Maßstab etwa als Transportbehälter Medikamente in kranke Zellen schleusen und diese durch gezielt ausgelösten Zerfall freisetzen.

 

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