Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wie Gene zum Schweigen gebracht werden

Viren manipulieren Wirtszellen mit Hilfe körperähnlicher Moleküle

München, 22.04.2010

Viren haben im Lauf der Evolution eine Vielzahl von Strategien entwickelt, um dem Immunsystem zu entkommen. Ein Forscherteam um den LMU-Virologen Professor Jürgen Haas hat nun einen neuen Mechanismus analysiert, den die Erreger erfolgreich nutzen – der aber auch neue antivirale Therapien liefern könnte. Eine zentrale Rolle spielen hier microRNAs, das sind extrem kurze Abschnitte aus RNA, einer dem Erbmolekül DNA nahe verwandten Nukleinsäure. Sie tragen in vielen Lebewesen wesentlich zur Regulation der Genaktivität bei. „Viren regulieren auf diesem Weg ihre eigene, aber auch die genetische Aktivität der Wirtszellen“, sagt Haas. „Weil die menschlichen Zellen selbst microRNAs produzieren, lösen die viralen Moleküle keine Immunantwort aus.“ Haas und sein Team haben nun in Kooperation mit mehreren nationalen und internationalen Forschergruppen insgesamt 158 Gene identifiziert, die von zwei humanen Krebs verursachenden Herpesviren mit Hilfe von microRNAs reguliert werden. „Unsere Ergebnisse bieten grundsätzliche Einblicke in die noch kaum erforschten Mechanismen der microRNAs“, so Haas. „Im konkreten Fall könnten sich die Gene der viralen microRNAs als Angriffspunkte für maßgeschneiderte und dringend benötigte antivirale Medikamente erweisen.“ (Cell Host and Microbe online, 22. April 2010)

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