Ludwig-Maximilians-Universität München
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Ökologisches Neuland im Roten Meer

Von süßen Quallen und nahrhaften Schleimspuren

München, 25.03.2010

In vier mehrwöchigen Expeditionen hat der LMU-Forscher Dr. Christian Wild zusammen mit seiner Arbeitsgruppe CORE (Coral Reef Ecology) von der Fakultät für Geowissenschaften die Korallenriffe im nördlichen Roten Meer untersucht – und damit eine bisher wenig untersuchte Unterwasserlandschaft betreten. „Es gab große biogeochemische Wissenslücken, weil hier bisher kaum Forschung in diese Richtung betrieben wurde“, sagt der Geobiologe. „Dabei gehören die Korallenriffe des Roten Meeres zum weltweit häufigsten Rifftyp, dem Saumriff. Die Erkenntnisse, die wir gewonnen und jetzt in mehreren aktuellen Publikationen veröffentlicht haben, lassen sich daher auf viele andere Riffe übertragen.“ Das Team um Wild konnte unter anderem zeigen, dass die Bedeckung des Meeresbodens durch unterschiedliche marine Organismen auch die Sauerstoffverfügbarkeit im Korallenriff unterschiedlich beeinflusst. Das kann sich negativ auf sauerstoff-empfindliche Riffbewohner auswirken, wie eine Nachfolgestudie offenbart hat. „Im Roten Meer konnten wir zudem einen unbekannten Stoffkreislauf nachweisen, der Mangelelemente wie Stickstoff, Phosphor und Eisen im sehr nährstoffarmen Ökoraum hält“, berichtet Wild. „Außerdem konnten wir zeigen, dass die auch in Korallenriffen weit verbreitete Mangrovenqualle Cassiopea – die mit dem Schirm nach unten und nach oben gestreckten Tentakeln auf dem Meeresboden liegt – vergleichsweise große Mengen an Zucker und Schleimen abgibt, die einer Reihe von anderen Rifforganismen als Nahrung dienen und so einen bisher nicht beschriebenen Energiefluss vom Meeresboden in die Wassersäule über Korallenriffen bewirken.“

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