Ludwig-Maximilians-Universität München
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Gefährliche Ordnungshüter

Immunzellen als mögliche Nervenzellkiller bei Alzheimer

München, 22.03.2010

Die Mikroglia sind die Immunzellen des Gehirns und fungieren dort als eine Art Ordnungshüter. Wie ein internationales Team unter der Leitung des LMU-Forschers Professor Jochen Herms nun am Tiermodell zeigen konnte, tragen sie auch maßgeblich zum Niedergang der Neuronen bei einer Alzheimerschen Erkrankung bei. In Deutschland leiden etwa 1,2 Millionen Menschen an der fortschreitenden Demenz, wobei die Zahl der Betroffenen in den nächsten Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung auf mehr als das Doppelte ansteigen könnte. Die Forscher vermuten, dass die Nervenzellen unter dem Stress der Alzheimerschen Erkrankung einen Botenstoff aussenden, der die Mikroglia anlockt – und die Nervenzellen eliminieren lässt. Die Kommunikation von Nervenzellen und Mikroglia spielt demnach eine wichtige Rolle beim Nervenzellverlust im Verlauf der Alzheimerschen Erkrankung. „Dieses Ergebnis kann sich möglicherweise für die Entwicklung neuartiger Medikamente nutzen lassen, die den Untergang der Neuronen aufhalten“ so Herms. (Nature Neuroscience online, 21. März 2010)

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