Ludwig-Maximilians-Universität München
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Eine genetische Lanze für Langschläfer brechen

Neu entdeckte Genvariante beeinflusst Schlafdauer

München, 10.03.2010

Ob jemand als chronobiologische Lerche früh zu Bett geht und auch früh wieder aufsteht oder als Eule erst spät müde wird und dafür lange in den Federn bleibt, hängt vor allem von genetischen Faktoren ab. Einige Gene, die diese innere Uhr beeinflussen, sind bereits bekannt. Zwillingsstudien haben gezeigt, dass aber auch die Schlafdauer eine genetische Komponenten besitzt – sogar bis zu 40 Prozent ihrer Variabilität lassen sich auf angeborene Anlagen zurückführen. Die LMU-Chronobiologen Professor Till Roenneberg und Dr. Karla V. Allebrandt haben nun in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie, des Helmholtz Zentrums München sowie Kollegen aus Italien und Estland erstmals untersucht, welche Gene die Schlafdauer beeinflussen. Diese Studie wurde im Rahmen des europaweiten Forschungsnetzwerkes EUCLOCK durchgeführt und analysierte den Einfluss von 19 Kandidatengenen auf die Schlafdauer von zwei Populationen. Dabei zeigte sich, dass Variationen in einem der bekannten Uhren-Gene (CLOCK) einen signifikanten Einfluss auf die Schlafdauer haben. „Dies unterstreicht einmal mehr, dass Schlaf ein fundamentales biologisches Bedürfnis ist“, sagt Roenneberg. „Manche Menschen brauchen einfach mehr Schlaf und sind deshalb nicht etwa faul oder willensschwach.“ (Biological Psychiatry online, Februar 2010)

 

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