Ludwig-Maximilians-Universität München
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Schwergewichte in der Falle

Erstmals atomare Massen jenseits von Uran direkt gemessen

München, 15.02.2010

Die Masse eines Atomkerns ist eine der fundamentalen Größen der Kernphysik. Sie ist für jeden einzelnen Kern charakteristisch und liefert wichtige Hinweise auf dessen Eigenschaften. Bislang war das Uran das schwerste chemische Element, dessen Masse direkt bestimmt werden konnte. Die Massen superschwerer Elemente wurden dagegen nur rein rechnerisch ermittelt. Unter Beteiligung des LMU-Physikers Privatdozent Dr. Peter Thirolf wurden nun die Kernmassen von drei Isotopen des Elements Nobelium „gewogen“, und damit erstmals künstlich hergestellte und kurzlebige Transurane gemessen. „Die neuen Daten sind ein Prüfstein für verschiedene Theorien zum Aufbau superschwerer Elemente und sollen damit Antworten auf die Frage nach deren Stabilität liefern“, sagt Thirolf, der mit einer eigens entwickelten Puffergas-Stoppzelle die Messungen in einer nachfolgenden Ionenfalle ermöglichte. „Der systematische Vergleich von Kernmassen verschiedener Nuklide weist zudem die Massendifferenzen und damit die Energien nach, die für den radioaktiven Zerfall oder die Prozesse der Elemententstehung verantwortlich sind.“ (Nature online, 11. Februar 2010)

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