Ludwig-Maximilians-Universität München
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Bahnbrechende Studie zu frühem Hominiden

LMU-Forscher analysiert Umwelt von Ardipithecus ramidus

München, 01.10.2009

Dieser Fund schreibt Geschichte: Ardipithecus ramidus ist mit 4,4 Millionen Jahren der früheste bekannte Hominide, von dem die wichtigsten Skelettteile erhalten sind – und ergänzt die Geschichte der Hominidenentwicklung um ein wichtiges Kapitel. Die Ergebnisse der über 17 Jahre laufenden Fossilanalyse durch ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Professor Tim White, Berkeley, USA, werden der Weltöffentlichkeit morgen als Sonderausgabe des Fachmagazins Science mit elf Publikationen präsentiert werden. Die Medien wurden heute vorab informiert in zwei Pressekonferenzen in den USA und in Afrika, wo Ardipithecus ramidus vor 17 Jahren in der äthiopischen Afar-Senke gefunden wurde. Ebenfalls an der Studie beteiligt war der LMU-Paläontologe Ioannis Giaourtsakis, ein Spezialist für prähistorische Großsäuger. Zusammen mit anderen Wissenschaftlern untersuchte er die zahlreichen Fossilfunde von Tieren, die wichtige Rückschlüsse auf die Umgebung des frühen Hominiden erlauben. Die Forscher konnten vor allem anhand der fossilen Zähne zeigen, dass sich Ardipithecus nicht im offenen Grasland aufhielt, sondern Lebensräume im bedeckten Wald bevorzugte. „Ardipithecus war in erster Linie ein geschickter Kletterer“, berichtet Giaourtsakis. „Auf dem Boden konnte sich der Hominide aber auch auf zwei Beinen bewegen.“ Die Bewegung auf zwei Beinen prägte bereits die Anatomie der Hominiden, bevor diese das Grasland als Habitat eroberten, wie etwa bei der jüngeren Hominidenart Australopithecus. (Sonderausgabe Science, 02. Oktober 2009).

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