Ludwig-Maximilians-Universität München
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Eine Abkürzung für die Essigsäure

Neuer Stoffwechselweg in tropischem Erreger gefunden

München, 27.07.2009

Trypanosomen verursachen nicht nur die tödliche Schlafkrankheit, sondern sind auch ein biologisch interessanter Modellorganismus. Denn die Erreger verfügen über viele ungewöhnliche molekulare Mechanismen. Ein weiterer bislang unbekannter Stoffwechselprozess wurde nun von einem internationalen Team, dem auch auch LMU-Biologen um Professor Michael Boshart angehören, präsentiert. Es geht um den Transport eines Metaboliten innerhalb der Zelle. Aus dem Mitochondrion, dem Kraftwerk der Zelle, wird die beim Zuckerabbau anfallende Essigsäure geschleust und der Fettsynthese zugeführt. In den meisten Organismen wird das aktivierte Molekül dafür in den Citratzyklus gespeist und in Zitronensäure umgewandelt. Diese wird ins Zellplasma transportiert und wieder in aktivierte Essigsäure rückverwandelt. Wie das Team unter der Leitung von Dr. Frederic Bringaud vom CNRS und der Université Victor Segalen in Bordeaux zeigen konnte, nimmt die aktivierte Essigsäure in den Trypanosomen einen direkteren Weg: Sie wird als einfache Essigsäure durch die Mitochondrienmembran transportiert und dann erneut aktiviert. Grundsätzlich ist diese Abkürzung auch in menschlichen Zellen denkbar und von Bedeutung, da der „klassische“ Weg ein Angriffspunkt für die Therapie von Fettstoffwechselstörungen ist. (PNAS Early Edition, Juli 2009)

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