Ludwig-Maximilians-Universität München
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Gräueldarstellungen im Altertum:

Historiker erforschen Gewalt in Text und Bild der Antike

München, 29.06.2009

Wo Menschen Gemeinschaften bilden, sind immer auch Aggressionen im Spiel. Die Darstellung konkreter Gewaltanwendung ist deshalb bereits seit der Antike ein fester Bestandteil menschlicher Bilderwelten. Die Botschaft, die mit solchen Darstellungen verbunden ist, hat sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte gewandelt. In heutigen Kulturen steht nicht der Sieg im Blutrausch, sondern die legitime Selbstverteidigung im Zentrum offizieller Gewaltdarstellungen. Die Vorstellungen vom gerechten Krieg und legitimer Gewaltanwendung ist für viele Staaten im 20. und 21. Jahrhundert konstitutiv. Dabei gestattet diese Vorstellung keine Bilder vom Töten des Gegners: Auf Schlachtengemälden wird der Tod gnädig in Geschütznebel verhüllt und in TV-Bildern sehen wir nur Lichtblitze in der Dunkelheit und hören fernen Donner. Ganz anders dagegen die antiken Kulturen: Grausige Gewaltorgien gehörten zum kriegerischen Alltag und wurden gezielt medial verbreitet. Das zeigen Historiker in dem aktuell erschienenen Sammelband „Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums“, der von Professor Martin Zimmermann, Historiker an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, herausgegeben wurde.

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