Ludwig-Maximilians-Universität München
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Sie sind jung und brauchen den Job

Eine zweite Chance für gefährliche T-Zellen

München, 15.06.2009

Die T-Zellen des Immunsystems reagieren auf fremde Proteinschnipsel und sind damit entscheidend an der Bekämpfung von Viren und Bakterien beteiligt. Irrläufer, die körpereigenes Material angreifen, werden meist in den Zelltod getrieben. Einige dieser autoreaktiven T-Zellen lassen sich aber zu „regulatorischen T-Zellen“ umerziehen, die andere autoreaktive T-Zellen unter Kontrolle halten. Ein Team unter der Leitung des LMU-Immunologen Professor Ludger Klein konnte jetzt zeigen, dass für das weitere Schicksal einer autoreaktiven T-Zelle deren Entwicklungsstadium eine entscheidende Rolle spielt. Junge autoreaktive T-Zellen können sehr einfach zu regulatorischen T-Zellen umerzogen werden. Unter identischen Bedingungen werden ältere Zellen dagegen voll aktiviert und könnten Schaden anrichten – sie sind gewissermaßen erziehungsresistent. „Wir wollen jetzt auf molekularer Ebene untersuchen, was eine T-Zelle zugänglich für die Umerziehung macht“, sagt Klein. „Denn dann wäre es möglich, auch normale erwachsene T-Zellen umzuwandeln, die einfach und in großer Zahl  aus dem Blut gewonnen werden können. Als regulatorische T-Zellen könnten sie dann in der Therapie von Autoimmunerkrankungen wie etwa Typ1-Diabetes und Multiple Sklerose zum Einsatz kommen: Diese Leiden werden durch unkontrollierte autoreaktive T-Zellen ausgelöst.“  (PNAS, 10. Juni 2009)

 

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