Ludwig-Maximilians-Universität München
print

Links und Funktionen
Sprachumschaltung

Navigationspfad


Inhaltsbereich

Wenn Therapie eine Typfrage ist

Nanotherapie kann Leberentzündung gezielt unterdrücken

München, 29.05.2009

Alkoholmissbrauch, virale Infektionen, Operationen und auch Transplantationen der Leber können eine Entzündung des Organs auslösen – und zu einem lebensbedrohlichen akuten Leberversagen führen. Ein zentraler Akteur der Entzündungsreaktion ist bereits bekannt: Der Transkriptionsfaktor NF-kB reguliert die Aktivität bestimmter Gene, so dass Entzündungsfaktoren produziert werden. „Dieses Molekül ist eine äußerst attraktive Zielstruktur für Wirkstoffe, die potent gegen Leberentzündungen vorgehen“, berichtet die LMU-Pharmazeutin Professor Angelika Vollmar. „Einen Haken gibt es aber: NF-kB wird in zwei Typen von Leberzellen produziert. Die Hepatozyten schützt er vor Schädigung und Zelltod und ist damit wichtig für das Überleben des ganzen Organs. Zu Entzündungen führt er nur in den Kupfferzellen, wo er selektiv blockiert werden sollte.“ Einem Team um Vollmar ist eben dies nun erstmals im Tiermodell gelungen, wie online in der renommierten Gastroenterologie-Fachzeitschrift GUT berichtet. Die Forscher banden kleine Moleküle, die NF-kB abfangen können, an winzige Nanopartikel, die selektiv nur von Kupfferzellen aufgenommen werden. „Im Tiermodell konnten wir akute Leberentzündungen sehr spezifisch hemmen“, sagt Vollmar. „Zudem erlaubt uns dieser Ansatz, die molekularen Entzündungsmechanismen besser zu untersuchen – möglicherweise auch ihre Rolle bei der Entstehung von Lebertumoren.“ (GUT online, 26. Mai 2009)

Pressemitteilung

Verantwortlich für den Inhalt: Kommunikation und Presse