Ludwig-Maximilians-Universität München
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Graue Substanz bei Multipler Sklerose in Gefahr

Protein provoziert wohl Immunangriff auf mehrere Zellarten

München, 29.04.2009

Bei Autoimmunerkrankungen wird körpereigenes Material vom Immunsystem ebenso aggressiv attackiert wie ein Krankheitserreger. Ein Beispiel dafür ist die Multiple Sklerose, kurz MS, eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen in der Altersgruppe der 20- bis 30-Jährigen. Die Erkrankung kann zu schweren Schäden bei den Patienten führen, weil die Körperabwehr das zentrale Nervensystem angreift. Lange galt das Myelin als wichtigster Angriffspunkt der fehlgeleiteten Immunreaktion. Diese fettreiche weiße Schutzschicht aus spezialisierten Zellen umhüllt die langen Ausläufer von Neuronen. Schäden zeigen sich im Zentralnervensystem von MS-Patienten aber auch in der sogenannten grauen Substanz, die Nervenzellkörper enthält. Die Entwicklung der Behinderung der Patienten hängt wesentlich von der Schädigung dieser grauen Substanz ab. Ein internationales Team unter der Leitung des LMU-Mediziners Professor Edgar Meinl konnte nun eine mögliche Verbindung nachweisen: Das Protein Contactin-2 wird sowohl in der Myelinschicht als auch von den Nervenzellen in der grauen Substanz produziert – und von fehlgeleiteten Immunfaktoren attackiert. „Unsere Ergebnisse lassen vermuten, dass diese Prozesse auch bei MS-Patienten eine Rolle spielen“, sagt Meinl. „Möglicherweise sind Proteine, die gleichzeitig im Myelin und in der grauen Substanz vorkommen, sogar die entscheidenden Angriffspunkte.“ (PNAS Early Edition, 29. April 2009)

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