Ludwig-Maximilians-Universität München
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Ein Knick in der Tektonik

Wie Hawaii um die Ecke gebracht wurde

München, 02.04.2009

Wie Perlen reihen sich mehr als 80 unterseeische Vulkane und eine Vielzahl von Inseln entlang der Hawaii-Emperor-Kette. Ein deutlicher Knick in der Mitte ist der einzige Schönheitsfehler. Lange wurde diese Besonderheit mit einem Richtungswechsel der Pazifischen Kontinentalplatte bei ihrer Wanderung über einen stationären Hotspot – also einen scheinbar ortsfesten Vulkan im Erdinneren – erklärt. Nach den Ergebnissen eines internationalen Forscherteams, dem auch der LMU-Geophysiker Professor Hans-Peter Bunge angehört, war der für die Hawaii-Emperor-Kette verantwortliche Hotspot aber nicht fixiert, sondern bewegte sich deutlich nach Süden. Vor fast 50 Millionen Jahren blieb er schließlich stehen, während sich die Pazifische Platte auch weiterhin gleichmäßig voranschob – was in Kombination den markanten Knick erzeugte. Die Bewegungen von Hotspots beruhen auf Zirkulationen im Erdmantel. „Diese Vorgänge sind nicht nur von akademischen Interesse“, betont Bunge. „Mantelzirkulationsmodelle helfen, die Kräfte zu verstehen, die auf tektonische Platten wirken. Das ist wiederum essentiell für die Einschätzung der Stressentwicklung an großen tektonischen Verwerfungen, also der Quelle vieler großer Erdbeben.“ (Science, 3. April 2009)

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