Ludwig-Maximilians-Universität München
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Der Mathetrick des Neurons Nr. 12

Wie weibliche Grashüpfer auch unterkühlte Verehrer erkennen

München, 05.03.2009

Ob beim Fußball nun „Tor!“ oder „Tooooooooooor!“ gebrüllt wird: In beiden Fällen muss unser Gehirn auf einen Treffer schließen. Auch bei manchen Tieren werden akustische Signale gedehnt oder gestaucht. Heuschrecken etwa erzeugen Lockgesänge mit festen Abfolgen von „Silben“ und „Pausen“. Typisch für jede Art ist dabei nicht die absolute Länge einer Silbe oder Pause, weil diese von der Umgebungstemperatur abhängt. Entscheidend ist vielmehr das auch bei Temperaturschwankungen konstante Verhältnis von Silben- zu Pausenlänge. Dieses Verhältnis zu dekodieren, um einen Verehrer der eigenen Art zu erkennen, ist die Aufgabe der Weibchen. Ein Forscherteam unter der Leitung des LMU-Biologen Professor Andreas Herz konnte nun zeigen, dass dazu wider Erwarten keine komplizierten Berechnungen des Gehirns nötig sind. „Ein einziges Neuron bewerkstelligt diese Aufgabe“, so Herz. „Die Zelle feuert zu Beginn einer Silbe mehrfach und schnell hintereinander’. Die Zahl der in einer solchen Salve enthaltenen Nervenimpulse hängt nur von der Dauer der vorangegangenen Pause ab. Über eine feste Zeitspanne summiert, entspricht die Gesamtzahl von Nervenimpulsen genau dem Verhältnis von Pause zu Silbe. Dieser verblüffend einfache Trick spielt möglicherweise auch bei anderen Tierarten eine Rolle.“ (Journal of Neuroscience, 25. Februar 2009)

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