Ludwig-Maximilians-Universität München
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Gekrönte Häupter und ihre Verwandtschaft:

Schwierige Familienverhältnisse bei wehrhaften Wasserflöhen

München, 15.01.2009

So mancher Zoologe wünscht sich eine Art Checkliste mit den charakteristischen Merkmalen einer Tierart – die auch die sichere Abgrenzung verwandter Spezies erlaubt. Oft hilft hier die Morphologie, also das Erscheinungsbild und die Gestalt der Individuen. Als ein eindeutiges und artspezifisches Merkmal zur Unterscheidung wurde etwa die „Dornenkrone“ am Kopf mancher Wasserflöhe herangezogen. Doch eine genetische Untersuchung dieser winzigen aquatischen Krebse unter der Leitung des LMU-Forschers Dr. Christian Laforsch zeigte jetzt, dass selbst solch prominente Charakteristika in die Irre führen können. „Die Dornen im Kopfbereich der Tiere werden nur ausgebildet, wenn diese ihren Lebensraum mit räuberischen Krebsen teilen,“ berichtet Laforsch. „Die Krone bietet also Schutz vor dem Fraßfeind, ist aber für keine der untersuchten Arten charakteristisch. Wir konnten damit nicht nur ein neues faszinierendes Verteidigungssystem nachweisen, sondern gleichzeitig den Wert genetischer Daten für die Untersuchung ökologischer und evolutionsbiologischer Zusammenhänge unter Beweis stellen.“ (PNAS early edition, 14. Januar 2009)

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