Ludwig-Maximilians-Universität München
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Hertzflimmern für die Forschung

Wie das Gehirn visuelle Reize auswählt

München, 09.01.2009

Die elektrische Aktivität des menschlichen Gehirns lässt sich in verschiedene Frequenzbereiche unterteilen. Die noch relativ wenig erforschten Gamma-Wellen etwa werden bei höheren Hirnfunktionen nachgewiesen und spielen wohl auch eine Rolle, wenn verschiedene Hirnareale synchronisiert werden. Nach der „Attention-Gamma“-Hypothese treten sie zudem auf, wenn ein Stimulus aus einer Vielfalt von visuellen Reizen ausgewählt wird. Demnach reagiert das Gehirn zunächst auf unbewusster Ebene mit diesen Hirnströmen auf selektierte Signale, auf die Aufmerksamkeit gelenkt wird und welche somit effizienter verarbeitet werden. Eine internationale Studie, an der auch LMU-Forscher maßgeblich beteiligt waren, konnte nun zeigen, dass externale Gamma-Aktivität die Reaktionszeit auf ein Signal tatsächlich verkürzen kann. „Ging dem Ort des gesuchten Stimulus ein Flimmern von 50 Hertz voran, so reagierten die Probanden deutlich schneller darauf“, berichtet Dr. Frank Bauer, einer der beiden Erstautoren der Arbeit. „Dieses Flimmern kann nicht bewusst wahrgenommen werden, es liegt aber im Bereich der Gamma-Bandes und löst im Gehirn wohl entsprechend hochfrequente Ströme aus – die dann die Aufmerksamkeit an diesen Ort des visuellen Feldes lenken.“ (PNAS Early Edition, 5. Januar 2009)

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