Ludwig-Maximilians-Universität München
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Im Kampf gegen multiresistente Keime

Wie ein Antibiotikum gegen Krankenhauskeime wirkt

München, 20.08.2008

Als der Wirkstoff Linezolid 2002 für den deutschen Markt zugelassen wurde, waren die Hoffnungen groß: Zum ersten Mal seit über 20 Jahren gab es mit dem Vertreter der Oxazolidinone eine wirklich neue Klasse von Antibiotika. Und erstmals gab es eine Chance, sogenannten „Superkeimen“ in Krankenhäusern und Altenheimen den Garaus zu machen, die bereits gegen herkömmliche Antibiotika Resistenzen entwickelt hatten. Sechs Jahre später ist der Wirkstoff noch immer die letzte Rettung, wenn andere Antibiotika nicht mehr gegen Infektionen mit Gram-positiven Erregern helfen – etwa bei Lungenentzündungen, aber auch Infektionen der Haut und weicher Gewebe sowie bei Ansammlungen von Bakterien im Blut (Bakteriämien), die tödlich enden können. Doch die Bakterien haben sich als erfinderisch erwiesen: Die ersten Resistenzen traten bereits auf. „Umso wichtiger ist das Wissen darum, wie Linezolid genau wirkt, nur so kann das Antibiotikum weiter verbessert werden“, sagt Dr. Daniel Wilson vom Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und dem „Center for Integrated Protein Science Munich“ (CIPSM). Mit Hilfe der Röntgen-Kristallographie konnte sein Team zusammen mit einer Gruppe um Professor Paola Fucini von der Universität Frankfurt zeigen, wo Linezolid im aktiven Zentrum des Ribosoms – die Proteinfabrik der Zelle – andockt und so die Proteinsynthese der Keime unterbricht. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Science USA (PNAS, 18.8.2008).

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