Ludwig-Maximilians-Universität München
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T-Zellen im Trainingslager

Wie uns Zellabfall vor dem Immunsystem schützt

München, 13.08.2008

Die T-Zellen des Immunsystems sind entscheidend an der Bekämpfung von Viren und Bakterien beteiligt. Sie reagieren allerdings nur auf fremde Proteinschnipsel, die ihnen an der Oberfläche von Immunzellen präsentiert werden. Wichtig ist dabei, dass sie keine körpereigenen Strukturen angreifen. Wie ein Team von LMU-Immunologen unter der Leitung von Professor Ludger Klein nun im Mausmodell zeigen konnte, wird für das entsprechende Training der T-Zellen ein aus anderem Zusammenhang bekannter Mechanismus ausgeliehen: Bei der Autophagie werden Zellbestandteile zerlegt und recycelt, etwa um dem Körper Energie zuzuführen. Die neuen Arbeiten deuten daraufhin, dass dieser Mechanismus in der Thymusdrüse, einer Art „T-Zell-Schule“, zweckentfremdet wird, um die dadurch entstehenden Zellbruchstücke für heranreifende T-Zellen sichtbar zu machen. So wird den T-Zellen ein immunologisches Spiegelbild aller Proteine des Organismus präsentiert. T-Zellen, die auf diese Strukturen reagieren, werden vernichtet, bevor sie die Blutzirkulation erreichen – und ein Angriff auf körpereigene Proteine wird verhindert. „Das Immunsystem der Mäuse, bei denen wir die Autophagie im Thymus gezielt unterbunden haben, ist regelrecht entgleist“, sagt Klein. Die T-Zellen der Tiere wanderten in einzelne Organe und griffen diese an. Schwere Darmentzündungen und massive Schäden an der Leber, Lunge, Haut und dem Uterus waren die Folge. „Entsprechende Autoimmunerkrankungen treten auch beim Menschen auf“, erklärt Klein. „Wir können nun neue Arbeitshypothesen zur Entstehung dieser Leiden formulieren.“ (Nature, 13.8.2008)

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