Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wenn der „Wächter des Genoms“ Krebs übersieht

Wirkstoff soll defekten Schutzfaktor p53 stabilisieren

München, 31.07.2008

Auf dem Weg von einer gesunden Zelle zu einer Krebszelle müssen einige Schutzfaktoren außer Kraft gesetzt werden. Dazu gehört auch der Tumorsuppressor p53, der unkontrolliert wachsende Zellen in den programmierten Selbstmord zwingen kann. Bei etwa der Hälfte der menschlichen Tumore finden sich aber fatale Veränderungen im p53-Gen. Das zugehörige p53-Protein kann dann seinen Aufgaben als „Wächter des Genoms“ nicht mehr nachkommen. Eine typische Variante lässt das Protein empfindlich auf die Körpertemperatur reagieren. Als Protein kann p53 seine Aufgaben nur erfüllen, wenn es in eine spezifische dreidimensionale Struktur gefaltet ist. Eine Mutation in Position 220 der Proteinsequenz destabilisiert p53 aber, indem wichtige Protein-Protein-Wechselwirkungen verloren gehen. Dann bildet sich an der Oberfläche von p53 eine Art Tasche, und das Protein im Körper wird zum größten Teil entfaltet. Ein Forscherteam an der University of Cambridge, UK, unter der Leitung von Professor Sir Alan Fersht, hat nun unter knapp drei Millionen chemischen Verbindungen eine identifiziert, die selektiv an diese Tasche bindet und p53 stabilisiert, indem es dessen Schmelztemperatur erhöht. Einer der Erstautoren, Professor Frank Böckler, ist mittlerweile am „Center for Drug Research“ der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München tätig, wo ein Teil der Datenauswertung stattfand. „Wir hoffen jetzt, durch strukturelle Änderungen der Substanz deren Wirkung optimieren zu können“, berichtet der Pharmazeut. „Möglicherweise wird sie dann in der Krebstherapie zum Einsatz kommen.“ (PNAS, 30. Juli 2008)

Pressemitteilung

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