Ludwig-Maximilians-Universität München
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Fortschritt in der Schizophrenie-Forschung

Neue genetische Faktoren in europaweiten Studien identifiziert

München, 30.07.2008

Schizophrenie ist eine der schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen mit Symptomen wie Wahnideen und einer Verflachung des Gefühlslebens. Umweltbedingte, aber auch angeborene Faktoren spielen in einem komplexen Zusammenspiel bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle. Zwei Veröffentlichungen in den Internetausgaben der Fachzeitschriften „Nature“ und „Nature Genetics“ liefern jetzt einen bahnbrechenden Vorstoß bei der aufwändigen und außerordentlich schwierigen Suche nach relevanten genetischen Komponenten. Durchgeführt wurden die europaweiten Studien von großen Forscherteams, denen auch LMU-Wissenschaftler angehörten. Dr. Dan Rujescu war als einer der Erstautoren der „Nature“-Studie neben dem isländischen Kollegen Dr. Hreinn Stefansson und Dr. Sven Cichon von der Universität Bonn sogar maßgeblich beteiligt. In beiden Fällen analysierten und verglichen die Forscher die genetischen Daten nicht Betroffener und an Schizophrenie leidender Menschen auf der Suche nach genetischen Variationen, die zur Entstehung der Erkrankung beitragen. „Wir konnten drei sogenannte Mikrodeletionen identifizieren“, berichtet Rujescu. „Treten diese seltenen genetischen Variationen bei einem Menschen auf, führt dies zu einem moderat bis stark erhöhten Erkrankungsrisiko. Zudem haben wir noch andere, relativ häufige Variationen gefunden, die das Risiko leicht erhöhen. Zur weiteren Erforschung der Ursachen der Schizophrenie wie auch zur Entwicklung eines diagnostischen Tests – und möglicherweise einer Therapie – könnten unsere Ergebnisse einen wichtigen Beitrag leisten.“

Pressemitteilung

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