Ludwig-Maximilians-Universität München
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Panoramablick in die Zelle

Mikroskopieren in 3D, mehrfarbig und in hoher Auflösung

München, 05.06.2008

Die Rätsel der Zelle besser auflösen – das ist nun möglich dank einer bahnbrechenden neuen Mikroskoptechnik, die von einem internationalen Forscherteam um Professor Heinrich Leonhardt von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Professor John Sedat von der University of California in San Francisco, USA, entwickelt und erfolgreich angewendet wurde. Und zwar auf der Basis eines herkömmlichen Lichtmikroskops: Forschung im Bereich der Zellbiologie ist ohne diese Geräte nicht denkbar, doch ihr Einsatz ist begrenzt durch eine relativ niedrige räumliche Auflösung. Das ist die kleinste, noch wahrnehmbare Distanz zwischen zwei Punkten: Strukturen, deren Abstand diese Grenze unterschreitet, werden als ein Objekt abgebildet. Wie online in der Fachzeitschrift Science berichtet, erlaubte die neue 3D-SIM-Technik die Abbildung von Details im Kern einer Säugerzelle in 3D, mehrfarbig und in etwa zweifach erhöhter Auflösung als bei konventionellen Mikroskopen. „Gleichzeitig zu sehen waren genetisches Material, die umgebende Kernhülle und einzelne Kernporen“, berichtet Leonhardt. „Manche Details können mit konventioneller Technik gar nicht oder nur mit Hilfe hochkomplexer Elektronenmikroskope abgebildet werden, während wir zelluläre Strukturen – und künftig möglicherweise sogar bewegte Prozesse – als 3D-Film aufnehmen. Die neue Technik wird bald wohl auch kommerziell erhältlich sein.“

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