Ludwig-Maximilians-Universität München
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Wenn die Umwelt Druck macht

Natürliche Selektion schafft neue Gene

München, 09.04.2008

Neue Gene entstehen durch eine Reihe molekularer Mechanismen, unter anderem durch Genduplikation. Dabei wird ein bereits bestehendes Gen verdoppelt, so dass es nun in einer weiteren Kopie vorliegt. Weil das neue Gen für den Erhalt und die Funktion des Organismus nicht nötig ist, wirken sich Veränderungen darin oft nicht unmittelbar aus. Das neue Gen verändert sich in der Regel deshalb schneller als die ursprünglich identische Vorlage, bis sich die Duplikate grundlegend unterscheiden – und auch verschiedene Funktionen vermitteln. Die beiden Evolutionsbiologen Professor Wolfgang Stephan und Dr. Steffen Beisswanger der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München konnten nun zeigen, dass ein sehr wichtiger Mechanismus der Evolution eine unerwartet große Rolle bei dieser funktionellen Differenzierung spielt. Wie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences USA (PNAS)“ berichtet, ist damit zum ersten Mal die Bedeutung der natürlichen Selektion in diesem Zusammenhang nachgewiesen. Darunter versteht man den Druck, den die Umwelt auf Individuen ausübt, und der über deren genetische Anpassungsfähigkeit – und letztlich den Fortpflanzungserfolg – vermittelt wird. Umso überraschender war, dass das in der vorliegenden Studie untersuchte Gen zwar von dem neu gefundenen Mechanismus betroffen ist, aber wohl keinen direkten Umweltbezug hat.

Pressemitteilung

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