Ludwig-Maximilians-Universität München
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Die Evolution als Flickschuster -

Geraubte Gene und ein Photosynthese-Protein entdeckt

München, 28.01.2008

Bestimmte Zellbestandteile, etwa die Chloroplasten und Mitochondrien, verfügen über eigenes genetisches Material. Sie stammen von ehemals freilebenden Cyanobakterien oder Proteobakterien ab, die vor Jahrmillionen von Wirtszellen aufgenommen wurden. Mittlerweile aber liegt der Hauptteil ihres genetischen Materials im Zellkern. In einer kürzlich in der Fachzeitschrift „Trends in Genetics“ erschienenen Arbeit zeigt ein Team um Professor Dario Leister, Lehrstuhl für Botanik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, dass durch Übernahme, Anpassung und Veränderung des genetischen Materials der Organellen neue zelluläre Gene entstehen können. Obwohl die betreffenden Zellbestandteile schon lange ihre genetische Unabhängigkeit verloren haben, erfüllen sie immer noch essentielle Aufgaben. Die Chloroplasten etwa betreiben Photosynthese, erzeugen also aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid den Energieträger Zucker sowie Sauerstoff. Ein internationales Forscherteam unter Leisters Leitung hat nun ein zentrales Protein der Photosynthese identifiziert. Wie in der aktuellen Ausgabe von „Cell“ berichtet, handelt es sich bei PGRL1 vermutlich um eine lang gesuchte, zentrale Komponente eines Multiproteinkomplexes, der eine Variante des photosynthetischen Reaktionsprozesses, den zyklischen Elektronentransport, ermöglicht und reguliert.

Pressemitteilung

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