Ludwig-Maximilians-Universität München
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Atomarer Regenbogen

Ultrakurzer Laserblitz erzeugt Attosekunden-Röntgenlicht

München, 10.08.2007

Kein Lichtblitz kann kürzer als die Zeit sein, die eine Lichtwelle für eine volle Schwingung benötigt. Einem Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Professor Ferenc Krausz vom Department für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching ist es nun gelungen, zum ersten Mal Blitze von intensivem Laserlicht zu erzeugen, die mehr als die Hälfte ihrer Energie innerhalb eines einzigen gut kontrollierten Wellenzyklus abgeben. Atome, die diesem extremem Lichtpuls ausgesetzt sind, senden einen Attosekunden-Röntgenpuls aus (eine Attosekunde ist ein Milliardstel von einem Milliardstel einer Sekunde), dessen Spektrum — übertragen auf niedrigere Frequenzen — beinahe ebenso viele Farben wie sichtbares Lichts umfasst, angefangen bei Blau über Grün und Gelb bis hin zum Rot. Der resultierende „weiße“ Puls hat erwartungsgemäß eine Dauer von etwa 100 Attosekunden und enthält mehr als eine Million Röntgenphotonen. Er ist daher kurz genug, um die Bewegung der auf Molekül-Orbitalen umlaufenden Elektronen einzufangen. Über die Echtzeitbeobachtung der Elektronen, die Atome aneinander binden, wird man wertvolle Einsichten gewinnen, wie es zur Bildung und zum Auseinanderfallen von Molekülen kommt. Die Ergebnisse wurden in der Juli-Ausgabe des New Journal of Physics [1,2] veröffentlicht und sind das Thema der Titelseite der Fachzeitschrift SCIENCE.

Pressemitteilung

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