Ludwig-Maximilians-Universität München
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Mit künstlichen Viren zielstrebig in die Zelle

Möglicher Ansatz für Gentherapie besonders effektiv

München, 25.04.2007

Vielen Leiden wie Krebs oder Erbkrankheiten liegen genetische Defekte zugrunde. Diese so genannten Mutationen verhindern, dass das betroffene Gen seine normale Funktion erfüllt. In einer Gentherapie sollen entsprechend veränderte Viren gesunde Gene in die Zellen des lebenden Organismus einschleusen, so dass diese die defekten Kopien ersetzen können. Ein Ansatz nutzt „künstliche Viren“, also eigens geschaffene molekulare Transporteinheiten. Diese Fähren werden so konstruiert, dass sie möglichst spezifisch nur die erkrankten Zellen erkennen und an diese andocken, um in das Zellinnere aufgenommen zu werden.Das Team um Professor Christoph Bräuchle, Department für Chemie und Biochemie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, sowie Professor Ernst Wagner, Department für Pharmazie, erprobte jetzt verschiedene künstliche Viren und verfolgten deren Weg in Tumorzellen mit bislang unerreichter Auflösung, wie in der Fachzeitschrift „Molecular Therapy“ berichtet. Die molekularen Transportvehikel erkannten alle den so genannten „Epidermal Growth Factor Receptor“, kurz EGFR, der in besonders hoher Dichte an der Oberfläche vieler Krebszellen vorliegt. Wie die mikroskopischen Aufnahmen zeigen, beschleunigte und erleichterte die Wechselwirkung mit diesem Molekül die Aufnahme der künstlichen Viren deutlich – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Therapie.

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