Ludwig-Maximilians-Universität München
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Kein Drehmoment für die DNA

Neue Theorie zur Verpackung viralen Erbguts

München, 20.02.2007

Auch Bakterien können sich Viren holen: Bakteriophagen, kurz Phagen, heißen sie, sind in der Regel auf nur eine Bakterienart spezialisiert und für diese tödlich – was Phagen potentiell interessant macht für die antibakterielle Therapie. Als Viren sind sie darauf angewiesen, ihr Erbmaterial in die Wirtszelle zu schleusen. Anhand dieser Kopiervorlage werden identische Moleküle produziert und dann – für eine neue Phagengeneration – in ebenfalls neue Viruspartikel verpackt. Bei einigen der größeren Phagen wird das Erbmaterial mit Hilfe eines Connectors verpackt. Dieses röhrenförmige Gebilde am Kopfteil des Phagen rotiere, um die DNA in das Viruspartikel zu schleusen, so die lang gehegte Vermutung. Ein internationales Team, dem auch Thorsten Hugel und Professor Jens Michaelis vom „Center for NanoScience (CeNS)“ der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München angehören, konnte nun diese seit 30 Jahren vorherrschende Hypothese widerlegen. Wie in der online-Ausgabe des Fachmagazins „Public Library of Science (PloS) Biology“ berichtet, kann eine rotierende Bewegung des Connectors ausgeschlossen werden. Das wiederum könnte einer neuen Theorie Vorschub leisten, die Michaelis mit entwickelt hat. Demnach wird das virale Erbmaterial nach und nach durch den Connector geschoben, der sich dafür abwechselnd zusammenzieht und wieder ausstreckt. Energie ist vermutlich genug vorhanden: Denn der in der Studie untersuchte Phage verfügt über einen der kraftvollsten der bisher bekannten molekularen Motoren.

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